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7
Sep
2008

und so war ´s

in der nacht
und nun ist der speicherplatz von ERSATZPROBE ::: --- erschöpft. das ist eine objektive vor- wie endgabe des freien blogs. gute nacht also bei z.b. wwww.skulptur-projekte-in-bild-und-text.de oder die-lese.de

6
Sep
2008

nacht der langen museen

ein bildzitat von spiegel.de/spam

ab heute ist wieder ´ne woche schauraum in münster. und ab 16 uhr heute, am samstag des länderspiels b[anken]rd gegen finanz liechtenstein, beginnt die nacht der galerien und museen, denn sie haben alle bis 24 uhr die türen und hosen geöffnet. der rathausinnenhof ist rot geflaggt auf dem fußboden, lichtspiele nabeln an der mauerseite des friedenssaals und begieren die blicke. bestimmt wird auch wieder auf chillidas skulptur "dialog durch toleranz" gekotzt. denn im rathausinnenhof regiert die gastronomie bei der langen nacht der museen.
ich bleibe, trotz anderem wollen und bekunden, denn doch zuhause, ich schreibe hier, um nicht dort zu sein, ich trinke bier, um nicht fort zu müssen, ich liege hier, um weiter zu küssen.
und alle schöne schlechte welt da draußen ist mir egal.

Namen sind eben nicht Schall und Rauch

22
Aug
2008

Freitag 34, 2008

Rudolf Walther

Theorie nur als Poesie
ERBSCHAFTEN EINES TAGES Der 21. August 1968 als Geschichtszeichen

Das Wort "Geschichtszeichen" stammt von Kant. Er charakterisierte mit dem Begriff die Französische Revolution, in der er - trotz Ultra-Jakobinismus, trotz Terrors und anderer Grausamkeiten - "eine Tendenz für das Fortschreiten zum Besseren" und "eine Revolution ... in den Gemütern aller Zuschauer" sah.

Bezieht man den Begriff "Geschichtszeichen" nicht auf die Französische Revolution, sondern auf den 21. August 1968, konstruiert man ein Paradoxon, denn Kant meinte mit dem Wort - alles in allem genommen - "eine Tendenz des menschlichen Geschlechts im Ganzen" oder eine politisch-moralische Errungenschaft, wenn man denn das Wort "Sieg" vermeiden möchte. Andererseits war der 21. August 1968 in Prag eine Niederlage und eine Katastrophe. Aus meiner Perspektive lässt sich das Paradoxon auflösen - biographisch und historisch-politisch.

Ich verbrachte jenen Tag in einer Zigarettenfabrik in Neuchâtel in der Schweiz, wo ich während der Semesterferien arbeitete. Wir hörten damals stündlich die Nachrichtensendungen an Transistorradios. Zunächst mochte ich gar nicht glauben, was ich hörte. Ich erinnere mich, dass Arbeiter im Alter meines Vaters hemmungslos weinten. Mich berührten die Vorgänge in Prag auch, aber ich hielt die Ereignisse noch längere Zeit für eine bloße Wiederholung dessen, was 1956 - als ich noch Schüler war - in Ungarn passiert war. Erst als das Wintersemester im Oktober anfing, begann ich langsam zu realisieren, was man in Prag dauerhaft zerstört hatte.

Die verspätete Einsicht verdanke ich dem jüngst verstorbenen Philosophen und Marx-Biografen Arnold Künzli. In seinem Seminar erfuhr ich erstmals vom "Richta-Report", von Eduard Goldstückers Arbeiten und anderen grundlegenden Texten der tschechoslowakischen Reform-Kommunisten des Prager Frühlings. Das Thema eines zeitgemäßen Sozialismus zog mich so in seinen Bann, dass ich das Hauptfach wechselte und fortan Geschichte und Philosophie studierte. So viel zum biografischen Aspekt des Geschichtszeichens vom 21. August.

Die öffentliche oder historisch-politische Dimension dieses Geschichtszeichens bestand in der Erkennnis, dass der 21. August nichts Geringeres war als der Dreh- und Angelpunkt zwischen einem Sozialismus mit demokratischen und pluralistischen Ansprüchen und den verschiedenen Formen eines etatistischen und autoritären Kommunismus.

Zwei politische Fallen

Noch 1968 begann der langsame Zerfall der studentischen Protestbewegung in Europa in stalinistische, kommunistische und maoistische Gruppen. Ihrem Selbstverständnis nach Parteien waren diese Gruppen tatsächlich nur ein Haufen kleiner Sekten von politisch Verblendeten und kulturell hinterwäldlerisch Verbohrten. Für sie war der 21. August kein Geschichtszeichen, sondern eine verdiente Quittung für jene, die sie in ihrem Jargon "Reformisten" oder "Revisionisten" nannten.

Die Minderheit der deutschen Studentenbewegung hat den Zerfall der Bewegung nicht aufhalten können, aber sie hat den 21. August als politisches Erbe bewahrt. Auch die Minderheit hat sich oft geirrt, aber dieses Erbe hat sie nie verraten. Es gab damals zwei politische Fallen: die Falle der Geschichtsphilosophie und jene des intellektuellen und politischen Defätismus.

Die säkulare Geschichtsphilosophie, wie sie im 18. Jahrhundert entstand, beerbte die jüdisch-christliche Tradition der Offenbarung. Wie der Glaube und die Religion funktioniert auch die Geschichtsphilosophie als Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und der allemal unsicheren Zukunft, deren prinzipielle Unvorhersehbarkeit religiös beziehungsweise historisch-spekulativ unterlaufen und wegdisputiert werden sollte. Alle geschichtsphilosophischen Konzeptionen bilden in einem strikten Sinne ein mehr oder weniger kohärentes Universum von Hoffnungen und Erwartungen oder eine Versicherung gegen die Zufälle, Unsicherheiten und Unannehmlichkeiten des Lebens. In der Geschichtsphilosophie wird das religiöse Erlösungsversprechen ersetzt durch den unerschütterlichen Glauben an Fortschritt und Humanität, die angeblich die letzten Ziele der Geschichte darstellen und die die Erwartungen der Menschen in die Ordnung, die sie selbst gestiftet haben, intellektuell befeuern sollten. Geschichtsphilosophie macht "die" Geschichte zum Subjekt, zur Stellvertreterin des allwissenden Schöpfergottes. Die Geschichte als Super-Subjekt ist das Leitmotiv der politischen Philosophie des 19. und großer Teile des 20. Jahrhunderts. Diese Form des erwartungs- und fortschrittsgewissen Historismus ist definitiv in einer Krise seit 1914 und brauchbar allenfalls noch für Leitartikel und Festreden.

Marx ist - hinsichtlich der Geschichtsphilosophie - der Haupterbe der hegelianischen Konzeption. Er ersetzte den Weltgeist Hegels durch das Proletariat. Seine Erben überboten den Meister noch, indem sie erklärten, es existiere mit dem Proletariat eine soziale Klasse, die über einen privilegierten Zugang zur Gesellschaftstheorie, zur Gesellschaftskritik und zur Wahrheit obendrein verfüge. Die in den K-Gruppen versammelten 68er haben sich redlich Mühe gegeben, diese abgestandene leninistisch-maoistische Bukolik zu hegen und zu pflegen.

Jacke wie Hose

Die andere Falle nach dem August 1968 war die Strategie des Vergessens und Vergessenmachens oder der intellektuelle und politische Defaitismus, den man landläufig Postmoderne nennt. Ich bevorzuge den Ausdruck Hypermoderne, weil die so genannte Postmoderne nicht über die Moderne hinaus gelangte, sondern nur einzelne von deren Zügen radikalisierte oder schlicht ad absurdum führte wie die radikale Vernunftkritik, die sich nur vernünftiger Argumente bedienen kann, um der Vernunft den Boden zu entziehen, oder verstummen muss.

Im Kern beruht die hypermoderne Befindlichkeit auf einem banalen Kurzschluss. Die einfachste der Inkonsistenzen der Geschichtsphilosophie besteht darin, dass niemand die Zukunft exakt voraussehen kann. Diese triviale Feststellung verführte die Hypermodernen dazu, nicht nur die Möglichkeit von Zukunftsprognosen zu bestreiten. Darüber hinaus verneinten sie die Möglichkeit jeder Theorie und jeder Wahrheit, selbst wenn diese nur zeitlich beschränkte Geltung beansprucht. Die feierliche Verabschiedung dessen, was die Hypermodernen gerne "große Erzählungen" nannten, endete im intellektuellen und politischen Defaitismus sowie einer offen anti-intellektuellen Attitüde: Jacke ist wie Hose, und jede Theorie nur eine Art Poesie.

Für ziemlich viele Leute, die 1968 politisiert wurden, besteht das Erbe des Geschichtszeichens vom 21. August 1968 in der Überzeugung, dass es politisch wie wissenschaftlich Wahrheiten wie Lösungen von zeitlich beschränkter Geltung gibt. Sie liegen zwischen der theologisch oder geschichtsphilosophisch begründeten Annahme einer einzigen, unteilbaren und ewigen Wahrheit und der defaitistischen Aufgabe jeglicher Wahrheitsansprüche unter der Flagge hypermoderner Beliebigkeit. Diese Wahrheiten situieren sich entschieden oberhalb eines intellektuellen und politischen Defaitismus und ebenso entschieden unterhalb der peinlichen Zumutungen geschichtsphilosophischer Spekulation im Stil von Hegel und Marx oder gar der leninistisch-maoistischen Bauernphilosophie.

Das politische Erbe des 21. August 1968 verwahrt gleichermaßen die Möglichkeit wie die Aufgabe, linke Politik zu reformulieren - oberhalb eines perspektivenlosen Pragmatismus und weit jenseits des etatistischen und autoritären Kommunismus. Kants politisch-moralische Philosophie enthält dazu ein, nicht das Fundament.

4
Aug
2008

31
Jul
2008

Endreim

Hier mein Beitrag für heute,
Leute!

22
Jul
2008

Villa Hügel | Duisburg Binnenhafen

Heute Ruhrpotttag mit drei T: neue Rechtsschreibung (mit ss).
In Essen überm Baldeneysee: Villa Hügel von Krupp, seit 1873.
Museum Folkwang besucht Krupp-Stahl: van Gogh, Gaugin, Feininger, Manet, Monet. Alle gesehen, ein paar ganz toll, die andern bloß sehr toll.
Auch die Geschichte Krupps im kleinen Gästehaus sehr schön gemacht. Nur mein Vater, der alte Stahlkocher, hätte gesagt: Och, der olle Ausbeuter.

19
Jul
2008

Erbe

Ich habe gerade bei einer indiskutablen Einrede gegen mein Hören von Adorno über bürgerliche Kälte mein liebstes Erbstück zerhauen, Oma Berlins Kristallaschenbecher, der seit 1989 auf meinem Schreibtisch stand. Ein Andenken nicht nur an Elsbeth, sondern auch an viele Familientage in der Hauptstadt der DDR. - Ich habe keine Familie mehr, und gern alleine weiter.
Oma Elsbeth in der Veranda in Eichwalde

17
Jul
2008

radtour durch ms-shopping-land

die geschützte

wir brauchen, neben auto und fahrrädern, 125 ccm mit dutzend ps und kraftfahrstraßentauglichkeit. gibt´s ab 1200 € neu. vielleicht im herbst, na ja, im herbst sogar hoffentlich.
akut brauchen wir sonne statt reagan - hieß der dumme slogan so in den 80ern? sonne sonne sonne, sonst stirbt den atheisten in westfalen sogar der wettergott.

16
Jul
2008

MZ statt MG

MZ 250 Gespann

das war´s doch: ein gespann für alleine.

13
Jul
2008

Ein Sonntag!

die kleine 20kmtourwar für hund NICHT rund
Die Gazelle ist wieder da: glückliches Putzen und Einstellen der Funktionstasten auf die bewährte Nutzerin, semiputzen beim Radl des Mitradlers, Testfahrten in der Nachbarschaft, und dann los: mit Wein, Decke, Weib, Gesang und Horrido (Hund).
Alles war gut, bis der Hund seinen Trab nie mehr änderte, wir fuhren so langsam, daß wir befürchteten, einfach vom Rad zu fallen, wegen Langsamkeit. - Der Hund aber kam gerade nach Hause und legte sich flach. Die Schüssel mit Wasser mußte man ihn unterstellen. Josef, so geht das nicht weiter!
sc preußen 06 saisoneröffnungder torwart der glaskow rangers
ich bin dann noch weiter mit schröder und philipp zum start des scp in in neue saison. eine sonnige hütte mit 6.000 leuten und dem großen schottischen protestantischen club. - alles gut.

11
Jul
2008

Vatertag

... wär heute 81 Jahre alt gewordenWer? Bung!
an vaters geburtstag
mit sonne in die stadt
werbung geklebt, und
mit platzregen naß
nach hause. schön.

10
Jul
2008

heute, wann sonst

der heutige nachmittag in bildern

getrennt marschieren, vereint schlagen: weiß das alte deutsche militär! so heute: vormittags die dame des herzens außer haus, der herr der kaffeebohne am schreibtisch. nach einigen getrennt marschierten stunden kam es zu einem imbiß bei unserem könig büerger (zwinker zwinker), um sogleich - da unerwartet angenehmes wetter weilte - im garten vereint aktiv zu werden.
geräumt und gesittet gesäubert wurde die unterstelle (neudeutsch bicycle-rasenmäh-grill-port) fürs gerät und geformt und stylisch hergestellt wurden buchxxbäume und andere fauna.
in diesem gemengelage von heckenschere und besenschaufel killte der kater unterm grilltisch einen jungvogel. auf dem foto sieht man nur noch die federn. vom beschnitt des knöterich sahen wir ab, nachdem festgestellt war, daß da das nest wieder bewohnt ist. - die philiosophie der tage streitet zwischen natur (na ja, garten) und kultur (ziviler eingriff). die schönen vögel - spatz, amsel, habicht, sperber - sind uns genauso lieb wie katz und hund. der vertreibt auch immerhin alle vögel aus seiner heimstatt, zerrupft sie jedoch nicht.
gegen neun uhr zog sich der generalstab zurück zur besprechung und zuprostung des tageswerks. danach weltnetzkontrolle und tv-blabla (illgner + m. barth).
eine aktive nachtruhe steht bevor ...

gestern

gestern kann es auch ein jungsperber gewesen sein, der den spatz geholt hat, es ging so schnell, daß ich für den habicht, der´s auch gewesen sein könnte, nach studium der literatur nicht mehr die hand ins feuer legen will. - friedenspfeife drüber: weiter.
gestern war ich auch in einem kleinen schönen ort, um mich als kulturarbeiter dort zu bewerben. begeistert das große dorf mit westfälischer bergwelt im regen auch nicht, so ist bei richtiger information und sonne das ergebnis jedoch ein anderes. so ähnlich wie: mit dem zweiten sieht man besser, mehr und weiter.
Großes westf. Hügeldorf
gestern habe ich auch zur nacht die verlagsbranche auf mich interessierende rezensionstitel durchsucht. bei suhrkamp und fischer habe ich bestellt, und bei service ät mv-verlage. das gedenkbuch für michael rudolf bekommt man übrigens nicht im buchladen, wahrscheinlich ist der klassische vertrieb einfach zu teuer. je nun, mal sehen, was da kommen wird. ich weiß nur, daß ich die 300-seiten-fassung von klage schon im vanity-fair-blog vollständig gelesen habe und die besprechung beim freitag abgeben kann.
heute ein bißchen weiter klar schiff im haus gemacht und gleich weitermachend, wie gestern schon, dem wetterzwang gehorchend. und kleine verbesserung an publikationsabsichten hier und da. vorgenommene lektüre (vom büchermarkt im kuhviertel) hans traxler, die wahrheit über hänsel und gretel, frankfurt am main: zweitausendeins 1978.

9
Jul
2008

grausame natur?

gerade noch gefüttert ...

die bilder täuschen über die wirklichkeit hinweg.
fröhlich fressende spatzen, böser kater.
der kater war´s nicht
nein: wir beobachteten aus der küche, wie von einer kirsche eine ganze spatzenbrut ernährt wurde, die dann fröhlich in den olivenbaum und den ginster zerflog. aber nicht für lange. als ich die kamera auf den küchentisch legte und von draußen ein wasser holen wollte, erscholl ein vogellärm und ich konnte in gänze mitbekommen, wie ein habicht heranschoß, aus dem ginster die spatzenmutter packte und gerade noch vor dem vordach an der kiefer vorbei mit der beute sich entfernen konnte.
- der kater hatte zwar tage zuvor das amselnest beobachtet, war aber freilich von menschenhand so satt, daß er mit soziologischen studien sich begnügte. der habicht aber lebt in einer nicht kultivierten realität, die sich die meisten politiker des liberalismus wieder herbeisehnen. und selbst gebildete wie proletarisierte kulturträger (menschen) wählen mit, seit 1982.

7
Jul
2008

sams- sonn- montag

Büchermarkt im Kuhviertel

einen schönen tag am aasee und mühlenhof rundete das bücherfest in der altstadt ab, wo neben einem pinkus-müller-altbier ein traxler-buch und der märz-verlag-reprint der dokumentation der olympischen nazi-spiele erworben wurde. letztes wird jetzt durchgeblättettert, in seiner mich nicht einmal überraschenden positivistischen objektivität. siehe peter reichel, der schöne schein des dritten reiches.